In einer qualitativen Begleitstudie gehen wir der Frage nach, inwieweit sich die Anliegen der TeilnehmerInnen nach den Seminaren verändern. Wir befragen die TeilnehmerInnen an unseren Seminaren bzw. Personen, die zu uns in die Beratung kommen über ihr Anliegen und befragen sie einige Wochen nach der Arbeit nochmals, um heraus zu finden, ob sich etwas verändert hat. Zurzeit haben wir 15 Personen ausgewertet und wir können sagen, dass sich bei allen Personen Verbesserungen ergeben haben, dass sich bei allen die Blockade gelöst hat und sie ihrem persönlichen Ziel näher gekommen sind – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Unter den hier angeführten Beispielen befinden sich TeilnehmerInnen aus Südtirol.Unser Ansatz kann für jegliche Sprache in Anspruch genommen werden. Von den 15 bisher ausgewerteten vorgestellten TeilnehmerInnen (12 Frauen und 3 Männer) betraf das Anliegen
Wie zu sehen ist, zentrieren sich die Aussagen in erster Linie um ein befreites, spontanes Sprechen-wollen, aber auch in manchen Fällen auf Anliegen wie „die Sprache wechseln können“ oder „Gefühl für die Sprache bekommen“. Interessant sind auch die beiden Fälle, die Slowenisch in Kärnten betreffen: eine Person, die einen Kärntner Slowenen geheiratet hat wünscht sich Slowenisch an ihre Seite und möchte sich auf die Sprache einlassen können auch wenn sie Fehler macht. Die andere Person, die slowenischsprachige Vorfahren hat, spricht davon, sich mit ihrer „windischen Seite“ versöhnen zu wollen, sich dem Slowenischen wieder nähern zu wollen, inneren Frieden und Zufriedenheit zu finden und sich „runder“ fühlen zu wollen.Wir haben mit all diesen 15 Personen gearbeitet – in 14 Fällen in Seminaren, in einem Fall in 6 Stunden Einzelberatung. In der Dokumentation werden einige Fallbeispiele vorgestellt werden (alle Namen sind geändert). Vier Beispiele kommen aus unserer Arbeit in Südtirol, drei davon betreffen die jeweils andere Landessprache. Zwei weitere Beispiele kommen aus Kärnten, einer anderen Minderheits-Mehrheitsgesellschaft. Sie zeigen, dass das Erlernen der zweiten Sprache von biographischen Erfahrungen in einem von Spannungen gekennzeichneten gesellschaftlichen Kontext stark beeinflusst werden kann.
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Sprachblockaden_Powerpoint1.pdf Vortrag am 7.1.2006 im Bildungshaus Sodalitas Tainach/Tinje |